Entspannt Shoppen: Rückgaberecht beim Einkauf im Internet

22. Jan 2018

(Finanzen.de) Zu ausgefallene Weihnachtsgeschenke, das zehnte Paar Schuhe oder ein Spontaneinkauf beim Lieblings-Online-Shop: Nicht selten entpuppen sich die neuen Errungenschaften als Fehlkauf. Dann heißt es zurück zum Händler damit. Mithilfe der wichtigsten Infos rund um das gesetzliche Rückgaberecht im Internet können unliebsame Anschaffungen ganz stressfrei umgetauscht werden. Schnell, bequem und oftmals günstiger: Die Vorteile des Online-Shoppings liegen auf der Hand. Nicht ohne Grund bezogen anhand einer Umfrage vom Marktforschungsinstitut INNOFACT im letzten Jahr rund 43 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen ihre Waren oder Dienstleistungen online. Aber welche Rückgaberechte hat der Käufer bei Bestellungen im Internet, wenn das gelieferte Produkt doch nicht den Vorstellungen entspricht?

Von der Ware enttäuscht? Käufer haben ein 14-tägiges Rückgaberecht

Nicht selten tritt das Problem auf, dass die erhaltene Ware nicht zu der eigenen Erwartungen oder der Artikelbeschreibung passt. Mit dem Erhalt der Ware setzt nach den Vorschriften über Fernabsatzverträge das gesetzliche Widerrufsrecht ein. Das bedeutet, dass der Verbraucher das Recht und die Gelegenheit hat, den Kauf des Produktes innerhalb der darauffolgenden vierzehn Tage zu widerrufen und die Ware an den Händler zurückzusenden. Dieser ist dazu verpflichtet, das Geld ebenfalls binnen vierzehn Tagen nach Eingang der Retour an den Kunden zurückzuzahlen. Werden Dienstleistungen erworben, zum Beispiel einem Restaurantbesuch oder Massagetermin, sieht es etwas anders aus. Hier gilt: Die Widerrufsfrist von vierzehn Tagen entfällt, sobald der Dienstleister in dieser Zeit die vereinbarte Leistung vollständig erbracht hat.

Problemloses Rückgaberecht im Internet: Händler müssen für den Versand aufkommen

Für einen problemlosen und stressfreien Rücksendungsvorgang von online bestellter Ware sind bestimmte Pflichten sowohl vom Käufer als auch vom Anbieter zu erfüllen. Für den Kunden ist relevant, den entsprechenden Artikel mit einem ausgefüllten Retourschein zu versehen. Erst dann kann der bereits bezahlte Betrag zurückverlangt werden. Bestenfalls ist der Retourschein schon der Ware beigelegt. Ist dies nicht der Fall, ist der Händler verpflichtet, ihn auf Anfrage auszustellen. Wird ein Produkt kommentarlos retour geschickt, kann der Anbieter die Rückzahlung verweigern und dem Verbraucher sogar die Kosten für die Rücksendung berechnen. Einen Grund für die Rücksendung muss der Käufer allerdings nicht angeben. Sollte die Ware auf dem Transportweg beschädigt werden oder verloren gehen, liegt die Verantwortung dafür beim Händler. Dieser ist auch verpflichtet, dem Kunden die Versandkosten für die Rücksendung zu erstatten. Wird die Ware jedoch beschädigt zurückgeschickt, darf der Verkäufer einen Teil oder den gesamten Wert in Rechnung stellen.

Das erwartet Verbraucher bei Ausnahmen vom Widerrufsrecht

Vorsicht: Bestimmte Waren sind bereits im Vorfeld vom Rückgaberecht im Internet ausgeschlossen. Dies betrifft meist Produkte, die speziell auf die individuellen Bedürfnisse eines Kunden angepasst wurden, etwa eine ausgefallene Geburtstagstorte oder ein maßgeschneiderter Hosenanzug. Hier entfällt das Rückgaberecht, sofern es im Voraus keine anderen Absprachen mit dem Händler gab. Gleiches gilt für Produkte, die vor Gebrauch eingeschweißt sind, beispielsweise CDs oder DVDs  sowie für Waren, die dem Gesundheitsschutz unterliegen und mit einem Hygienesiegel versehen sind. Sind diese Produkte einmal ausgepackt, wird es schwer, sie wieder umzutauschen.

Versteckte Kostenfallen beim Online-Bestellvorgang

Auch Online-Händler haben Regeln, die sie beim Bestellvorgang berücksichtigen müssen. Manchmal kommt es für Verbraucher zu versteckten Kosten, weil Bestellprozesse nicht richtig ablaufen oder fehlerhafte Informationen vorliegen. Händler sind daher dazu verpflichtet, alle Angebote mit Preisangaben, Angaben zur Lieferzeit und Versandkosten zu versehen. Sollten beispielsweise im Nachhinein Kosten für versteckte Zusatzleistungen wie ein Abonnement oder zusätzliche Lieferkosten anfallen, die dem Kunden bei Vertragsabschluss nicht bekannt waren, kann er das Geld vom Händler zurückverlangen.

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