EY Parthenon Studie: COVID 19 – Die Online-Shooting Stars der Krise

30. Mrz 2020

ey-parthenon.de: Lebensmittel, Drogerie und DIY sind die Online-Shooting Stars der Krise. Die extremen Einschränkungen des Alltags durch das Kontaktverbot und die weitreichende Stilllegung des Einzelhandels verändern aktuelles und zukünftiges Konsumentenverhalten. Der beschleunigte Schub in Richtung Online ist sicherlich die offensichtlichste und am meisten erwartete Änderung. Konsumenten werden sich aber auch in ihrer Einstellung zu Konsum, ihren Kauffrequenzen und Entscheidungskriterien für Kategorien oder Marken verändern. Was zeigt sich in Woche eins des Lockdowns?

Wie erwartet profitiert aktuell der Online-Kanal stark vom Lockdown: Die Shooting-Stars sind hier Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel und DIY. Alles Kategorien, die bislang sehr geringe Online-Anteile aufgewiesen haben, da enge Versorgungsdichte, häufige Kauffrequenz und Herausforderungen in Logistik und Preispunkten den Online-Kauf vergleichsweise unbequem gemacht haben.

In den letzten sieben Tagen geben 7% der befragten Konsumenten an, Lebensmittel online gekauft zu haben, davon 37% zum ersten Mal; bei Drogerieartikeln haben 9% in der letzten Woche online gekauft und davon ungefähr ein Viertel zum ersten Mal. Dies gilt sehr ähnlich für alle Altersgruppen und unabhängig davon, ob die Haushalte schon von Einkommenseinbußen betroffen sind. Der überwiegende Teil der Erstkäufer zeigt sich zudem zufrieden mit dem jüngsten Shopping-Erlebnis – mit Auswirkungen auch auf die zukünftige Bereitschaft zum Online-Kauf: Über 40% der Erstkäufer geben an, sie könnten sich vorstellen, diese Kategorien auch nach der Krise weiterhin online einzukaufen.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich für die Kategorien jenseits des täglichen Bedarfs: Bekleidung, Schuhe und Accessoires kauften in den letzten sieben Tagen noch 17% aller Befragten – dies aber kaum verwunderlich zum überwiegenden Teil online. Allerdings konnte diese Kategorie so gut wie keine Online-Neulinge für sich gewinnen.

Immerhin stimmt der überwiegende Teil der Konsumenten noch zu, sich sehr darauf zu freuen, wieder in die Stadt einkaufen gehen zu können. Damit bleibt ein wenig Hoffnung darauf, dass es nach Wiedereröffnung noch Innenstadt-Frequenz geben wird. Allerdings gibt die Mehrzahl der Befragten gleichzeitig an, dass sie die aktuell nicht getätigten Käufe auch nach Aufhebung des Lockdowns nicht nachholen werden.

Zur Methodik:

Zusammen mit unserem Kooperationspartner INNOFACT befragen wir jede Woche gut 1.000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Konsumenten im Alter zwischen 18 und 79 zu Ihrem aktuellen Konsumverhalten in der Krise.

(Zur Meldung)