INNOFACT Corona Studie Stand KW17: Menschen shoppen vorsichtig los – Die Läden wieder zu öffnen ist (leider) nicht alles

29. Apr 2020

Damit hätte Bundeskanzlerin Angelika Merkel wohl selbst nicht gerechnet: Die Deutschen shoppen längst nicht mit der Vehemenz und Intensität los, wie sie den Bürgern dieses Landes nach den ersten Lockerungen und Geschäftsöffnungen unterstellt hatte. Das ergibt sich aus den aktuellen Daten des fortlaufenden Corona-Handelstracker von EY-Parthenon und INNOFACT.

Immerhin knapp ein Drittel der insgesamt 1.046 repräsentativ befragten Verbraucher ist es aktuell noch zu riskant, in wiedereröffneten Geschäften einzukaufen. Knapp die Hälfte sagt, dass der Einkauf unter den aktuellen Bedingungen wie Mindestabstand und Maskenpflicht keinen Spaß macht. Zudem fällt auf, dass die Freude, wieder in der Innenstadt einkaufen gehen zu können, just in der Woche wo die Geschäfte wieder öffnen, über 10 Prozentpunkte von 52 auf knapp 41 Prozent abgesunken ist. Auch die Mehrheit der Verbraucher, die die Öffnung der Geschäfte bereits genutzt haben, hat sich beim Einkaufen unwohl gefühlt und bemängelt das Verhalten der anderen Kunden.

Freude am Shopping muss wieder geweckt werden

Damit hat der Einzelhandel die nächste Hürde zu nehmen. Nachdem die Läden nun endlich wieder öffnen dürfen und das Geschäft wieder anlaufen kann, geht es jetzt darum, durch gezielte Maßnahmen, die Freude am Shoppen zurückzugewinnen. Dabei sind die Kunden durchaus verständnisvoll, wenn es um den Geschäftsbetrieb der Händler geht: Über 65 Prozent finden es in Ordnung, wenn die Geschäfte nach dem Neustart z.B. ihre Öffnungszeiten verkürzen, um bei wegfallenden Umsätzen die Kosten möglichst gering zu halten. Aber ohne die berühmte Preisschraube wird es auch nicht gehen, denn neben den Verständnisvollen sind auch wieder die Schnäppchenjäger unterwegs: Rund ein Viertel würde nur einkaufen gehen, wenn es attraktive Rabatte gibt.

Und noch eine spannende Zahl zum Schluss: Von den Konsumenten, die in den letzten sieben Tagen in Geschäften eingekauft haben, die zuvor geschlossen waren, haben nur knapp 14 Prozent aus Freude an Shopping und Inspiration ihre Einkäufe getätigt. Über 86 Prozent sind dagegen gezielt in die Geschäfte gegangen, um notwendige Besorgungen zu erledigen. Zudem werden Produkte, die nicht unmittelbar benötigt werden, auch nach der langsamen Öffnung vieler Geschäfte generell deutlich weniger gekauft. Die Wiederhochfahren könnte für den Handel noch ein längerer Weg werden.

Studiensteckbrief

Die Unternehmensberatung EY-Parthenon und das Marktforschungsinstitut INNOFACT möchten die derzeitigen Auswirkungen der „Corona Krise“ auf die langfristige Veränderung des Kaufverhaltens, die Barrieren und Treiber der Online-Käufe, verschenktes Potenzial der Onlinehändler durch Lieferengpässe etc. untersuchen. Die Untersuchung läuft als wöchentliche Online-Befragung.

Seit vier Wochen misst der Handelstracker jede Woche das zurückliegende, aktuelle und zukünftige Einkaufsverhalten für mehrere Warengruppen sowie in Bezug auf stationären und Online-Handel in den Warengruppen wie Lebensmittel, Drogerie, Medikamente, Tierbedarf, Baumärkte, Bekleidung, Bücher, Elektronik, Sport und Freizeit sowie Möbel.

Die Probanden wurden aus dem INNOFACT-Consumerpanel rekrutiert. Eine zufällige Stichprobe wurde per E-Mail eingeladen und konnte am Onlinefragebogen teilnehmen. Mehrfachteilnahmen ausgeschlossen. Es wurden Männer und Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt. Bevölkerungsrepräsentative Quotierung der Stichprobe nach Geschlecht, Alter und Bildungslevel.

Bisher wurden befragt:

  • Kalenderwoche 13 n=1.048
  • Kalenderwoche 14 n=1.049
  • Kalenderwoche 15 n=1.049
  • Kalenderwoche 16 n=1.046
  • Kalenderwoche 17 n=1.046

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