Protection One Studie: Wie sich die Deutschen vor Einbrüchen schützen

21. Nov 2019

versicherungsjournal.de: Der Schutz vor Einbrüchen hat bei Privatleuten und Unternehmern einen anderen Stellenwert. Während Privatpersonen emotionale Schäden fürchten, sorgen sich Firmenchefs um finanzielle Einbußen. Entsprechend investieren sie auch mehr in Sicherheitstechnik und Prävention. Das zeigt eine Studie zum Sicherheitsempfinden der Deutschen von Protection One.

Unternehmer schützen ihre Geschäftsflächen und Büroräume häufiger und besser vor Einbrüchen und Überfällen, als Privatpersonen für ihre eigenen vier Wände Vorsorge treffen. In Absicherung wird oft erst dann investiert, wenn es zu Vorfällen im Umfeld gekommen ist.

Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative „Studie zum Sicherheitsempfinden“, die das Marktforschungsinstitut INNOFACT AG im Auftrag des Sicherheits-Dienstleisters Protection One GmbH durchgeführt hat.

Das Unternehmen wollte herausfinden, wie sicher sich die Deutschen im Alltag fühlen und was sie tun, um sich vor Einbruch, Diebstahl und Überfällen zu schützen. Dafür befragte INNOFACT online im März und April 1.180 erwachsene Privatpersonen sowie 404 Unternehmer und Selbstständige.

Ängste bei Einbruchopfern sind größer

Die Mehrheit beider Gruppen – Privatpersonen und Betriebe – sieht ihre Angst vor Einbrüchen eher im Mittelfeld (Private 30 Prozent und Unternehmer 31 Prozent). Zur Befürchtung, dass in die eigenen vier Wände eingebrochen wird, erklären 29 Prozent der Bürger: „eher wenig vorhanden“.

Dagegen ist die zweithäufigste Antwort der Geschäftsleute mit 26 Prozent, dass „etwas Angst“ vor einem Einbruch ins Betriebsgebäude besteht.

Bei Menschen, die bereits einen Einbruch erfahren haben, sieht es anderes aus: 34 Prozent der Betroffenen haben Angst vor einem weiteren Vorfall. Bei den Befragten, die bisher keine Erfahrungen mit Einbrüchen machen mussten, sind es nur 24 Prozent. Die Mehrheit hat hier sogar eher weniger Befürchtungen (30 Prozent). Bei den Opfern von Einbrüchen sind es nur 18 Prozent, die von sich sagen können, eher wenig Angst vor einem weiteren Einbruch zu haben.

In welchen deutschen Kreisen ein besonders hohes Wohnungseinbruch-Risiko besteht und wo die Bundesbürger beruhigt schlafen können, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik.

Unternehmer fürchten Vandalismus und Einbußen

Fast die Hälfte der befragten Privatpersonen würden den emotionalen oder psychischen Schaden, der durch die Verletzung der Privatsphäre und des Sicherheitsgefühls zu Hause entstehen könnte, am meisten fürchten (42 Prozent).

Knapp ein Drittel der Selbstständigen und Freiberufler gab an, dass Vandalismus und Einbruchschäden ihre größten Ängste sind. Auch finanzielle Einbußen durch Neuanschaffungen bereiten den befragten Geschäftsleuten (23 Prozent) mehr Kopfzerbrechen als den Privatpersonen (14 Prozent). Und neun Prozent der Firmeninhaber fürchten einen Imageschaden infolge eines Einbruchs am meisten.

Mechanischer Schutz dominiert Prävention

Als Absicherung verwenden laut Studie Verbraucher am häufigsten Fenster- und Türsicherungen (29 Prozent). Auch Tresore oder Geheimfächer werden als Versteck und zum Schutz von Geld und Schmuck genutzt (24 Prozent). Auf Platz drei der Beliebtheitsskala von Sicherheitsvorkehrungen in den eigenen vier Wänden nennen die Befragten Hunde, die als Alarmanlage fungieren sollen (19 Prozent).

Mit dem Einsatz einer Alarmanlage könnte sich mehr als die Hälfte der befragten Wohnungsinhaber anfreunden (55 Prozent). Der Sicherheits- oder Wachdienst wird von der Mehrheit dieser Befragten eher ausgeschlossen (70 Prozent).

Geschäftsleute legen laut Umfrage mehr Wert auf Absicherung: Mehr als die Hälfte von ihnen nutzt mechanische Fenster- und Türsicherungen (53 Prozent). Etwas weniger als die Hälfte (49 Prozent) hat Alarmanlagen im Einsatz. Tresore stehen in 46 Prozent der Firmen.

Eine 24-Stunden-Live-Überwachung durch eine Alarmanlage mit Aufschaltung an eine Leitstelle setzt ein Drittel der Betriebsinhaber bereits ein. 42 Prozent können sich einen Einsatz künftig vorstellen.

Betriebe nutzen Sicherheitstechnik

Bei Firmen und Selbstständigen spielt die Absicherung von Hab und Gut laut Studienunterlagen eine größere Rolle als bei Privaten. Die Mehrheit würde Sicherheitstechnik primär zur Sicherung und Überwachung von Geschäftsflächen, Lager- oder Büroräumen einsetzen (61 Prozent).

Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Geschäftsleute könnte sich zusätzlich vorstellen, Sicherheitstechnik zum Schutz des Personals der Kunden vor Überfällen einzusetzen. Die Sicherung von Außenbereichen oder Baustellen ist für 27 Prozent der Unternehmer wichtig.

Für Versicherungsmakler, die einbruchgefährdete Kunden betreuen, kann es von Vorteil sein, sich mit dem Thema Schadenprävention zu beschäftigen. Sie können damit einerseits die Kundenbindung stärken. Andererseits berücksichtigen viele Versicherer Präventionsmaßnahmen in der ihrer Prämie, erklärte Spezialmakler Michael Jeinsen in einem Gastbeitrag.