AutoScout24 Studie: Schaulustige bei Unfall keine Seltenheit

16. Sep 2020

presseportal.de: Jede/r Vierte geht vom Gas, um zu gaffen / Jede/r Zwanzigste stoppt eigenes Fahrzeug sogar / Einige wenige versuchen Fotos zu machen

Man sieht das Blaulicht schon von weitem, der Verkehr wird zäh, schließlich tauchen Rettungskräfte und verbeulte Fahrzeuge am Straßenrand auf. Wie verhalten AutofahrerInnen sich, wenn sie an einem Unfall wie diesem vorbeikommen? Fahren sie zügig weiter oder gaffen sie und behindern damit sogar die Rettungskräfte? Das wollte AutoScout24 wissen und hat gemeinsam mit INNOFACT 1.001 AutohalterInnen zu dem Thema befragt. Das Ergebnis: Drei von vier FahrerInnen verhalten sich angemessen. Jede/r vierte FahrerIn bekommt die eigene Neugier hingegen nicht unter Kontrolle und geht vom Gas beziehungsweise bremst ab, um sich das Unfallgeschehen näher anzusehen. Noch rigoroser verhalten sich einige Unverbesserliche: Sie stoppen das eigene Fahrzeug, um sich ausgiebig umzusehen; eine Minderheit versucht sogar, ein Foto vom Unfall zu machen.

Jochen Kurz, Director Product bei AutoScout24, warnt GafferInnen eindringlich, ihr Verhalten zu überdenken: „Wer bei einem Verkehrsunfall vom Gas geht, abbremst oder sogar anhält, um sich den Unfall näher anzusehen, sorgt nicht nur für einen Rückstau und riskiert auf diese Weise, dass es zu Folgeunfällen kommt. FahrerInnen, die durch ihre Schaulust Rettungskräfte behindern, drohen obendrein empfindliche Geldbußen. Sensationslustige, die sogar ihr Smartphone zücken, um Bilder des Unfalls oder sogar der Opfer zu machen, können zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt werden.“

Gar nicht schauen – das kann nur die Minderheit

Vollkommen unbeeindruckt vom Unfallgeschehen zeigen sich laut AutoScout24-Studie nur die Wenigsten: Lediglich 13 Prozent sehen gar nicht erst hin, wenn sie an einem Unfall vorbeikommen. Sie konzentrieren sich auf die Straße und fahren zügig weiter. Die große Mehrheit der AutofahrerInnen zeigt sich neugieriger: 64 Prozent werfen zumindest einen kurzen Blick auf das Drama am Straßenrand, setzen ihre Fahrt aber zügig fort. Damit ist das Verhalten von drei Vierteln (77 Prozent) der AutofahrerInnen insgesamt als angemessen zu bewerten.

Eine/r von vier gefährdet Opfer und andere Verkehrsteilnehmer

Schon jenseits des Tolerierbaren verhalten sich jene elf Prozent, die kurz vom Gas gehen und sich das Unfallgeschehen näher anschauen. Sechs Prozent gehen noch einen Schritt weiter und verlangsamen das eigene Fahrzeug deutlich, sie sagen: „Ich möchte schon genauer sehen, was passiert ist.“ Weiteren fünf Prozent ist auch das noch nicht genug: Sie halten an, um sich das Drama der Betroffenen hautnah anzusehen. Vollkommen verantwortungslos verhalten sich die 0,6 Prozent, die beim Gaffen offenbar auch an die eigene Community auf Facebook und Instagram denken und versuchen, ein Foto des Unfalls zu machen. Unter dem Strich ist das Verhalten jedes vierten Fahrenden (23 Prozent) somit als nicht akzeptabel zu bewerten.

Gaffen? geht gar nicht!

Jochen Kurz: „Die Umfrage zeigt deutlich, dass die wahren GafferInnen zwar eine Minderheit darstellen. Doch diese Minderheit ist groß genug, um die Mehrheit der anderen Verkehrsteilnehmenden zu gefährden und Rettungskräfte zu behindern. Wer bei Autounfällen gafft, riskiert das Leben anderer – das geht gar nicht!“

Über die Studie:

Basis: repräsentative INNOFACT Stichprobe von 1.001 Autohaltern zwischen 18 und 65 Jahren; Befragungszeitraum: 31. August bis 1. September 2020.

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